Bartholomäuskirche

Die Legende nennt Heinrich den Löwen als Gründer der Kirche.

Vermutlich ist der Bau im ausgehenden 12. Jahrhundert entstanden. Vom romanischen Bau, der dem Dorfkirchentyp der Gegend entsprach, blieben die Mauern eines flachgedeckten Saals bis zu etwa sechs Meter Höhe erhalten. Turmraum und Saal waren ursprünglich durch einen breiten Bogen miteinander verbunden (der vorhandene Blendbogen ist neu).

Ende des 14. / Anfang des 15. Jahrhunderts wurden die Außenmauern erhöht, und die Kirche erhielt zwei spitze Turmhelme.

Ebenfalls im 15. Jahrhundert wurden an der Ostseite zwei Eingänge und über ihnen ein zweiteiliges Maßwerkfenster (das heute geschlossen ist) eingefügt. Wahrscheinlich wurden die drei Altäre der Kirche damals nach Westen umgesetzt. Aus spätgotischer Zeit stammen auch die Fenster der Längsseiten und das Kreuzigungsrelief von 1483 im östlichen Giebel.

St. Bartholomäi gehörte ursprünglich zur Parochie von St. Martini, erhielt aber nach 1350 eigene Pfarr-Rechte. 1542, nach der Reformation, kam die Kirche in Besitz des Rates und diente u.a. auch als Zeughaus.

1708 wurde sie von Herzog Anton Ulrich der Ev.-ref. Gemeinde geschenkt und von Hermann Korb (einem Gemeindeglied und dem Baumeister des Herzogs) mit Kanzelwand, Emporen und Spiegelgewölbe als reformierte Pfarrkirche ausgebaut.

1834 wurden die von einem Sturm beschädigten Turmspitzen abgetragen und das Kirchendach bis an die Westfront verlängert.

1944 wurde die Kirche bis auf die Außenmauern zerstört und bis 1953 wiederaufgebaut.

Von der barocken Ausstattung blieben nur der Messingleuchter und einige Grabplatten des 18. Jahrhunderts erhalten.




Himmelsstürmer  Bartholomäuskirche - Himmelsstürmer

Unter dem Motto Kunst trifft Kirche wurden vom 14. Juni bis zum 28. August 2011 Kunstprojekte in 9 Braunschweiger Innenstadt-Kirchen präsentiert. Auch die Bartholomäuskirche war Ausstellungsort und gleich mit zwei Himmelsstürmer-Projekten beteiligt:

Die Bildhauerin Ute Hartwig Schulz aus Leipzig nahm sich des Kirchengebäudes als Gesamtkunstwerk an. Sie beschäftigte sich mit der besonderen Raumsituation des Ostgiebels. Ungewöhnlich für eine Kirche, befindet sich dort der Eingang. Direkt oberhalb der Eingangstür, von den Passanten meist kaum wahrgenommen, ist ein gotisches, von innen vermauertes Fenster. Hier setzt sie mit ihrer Installation an. Durch den Einsatz der Farbe Blau öffnet sie dieses Fenster optisch und lässt es für die Dauer der Ausstellung für alle weithin sichtbar werden.


Der Leipziger Künstler Robert Pasitka griff eines der großen Themen der Reformation auf: Die Instanz des Wortes Gottes, wie es die Bibel bezeugt. Sein „Textbild“ aus unzähligen Buchstaben schmückt den schlicht gehaltenen Kirchenraum und setzt sich auf diese Weise mit dem Bilderverbot der reformierten Tradition auseinander.

In der Farbgstaltung nimmt Pasitka die Themen Glaube, Liebe, Hoffnung auf. Eine Rauminstallation mit den Stühlen im Innenraum der Kirche ergänzt das Textbild und verweist auf die Idee der Gleichberechtigung aller Gemeindemitglieder.

Hier geht es zum Bericht der Braunschweiger Zeitung vom 11.06.2011 – Ein fremder Geist in Gottes Häusern.



Offene Kirche

„Wie schön, dass die Kirche geöffnet ist!“
Diesen Satz hören die Mitarbeitenden im Team der „Offenen Kirche“ besonders häufig von Besuchern. Ein Kreis Ehrenamtlicher – elf Frauen und neun Männer – fühlt sich dafür verantwortlich, dass die Bartholomäuskirche jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr und jeden Sonnabend von 11 bis 13.30 Uhr geöffnet ist.
Manche Besucher freuen sich, dass sie „einfach nur mal einen Blick hineinwerfen können“. Andere setzen sich und verweilen. Mit wieder anderen Interessierten entwickeln sich rege Gespräche über die Baugeschichte der Bartholomäuskirche, über die reformierte Gemeinde, über den Glauben oder ganz andere Themen. Freundliche Menschen begrüßen Sie und haben ein offenes Ohr für Sie.

Seien Sie willkommen in der Bartholomäuskirche und lassen Sie den beruhigenden Raum auf sich wirken. Für einen Moment kann die Welt „draußen“ bleiben, und Sie haben die Möglichkeit, in der Stille „zu sich“ zu kommen.

Impressionen von der Bartholomäuskirche

 

  • Offene Kirche

    Die Bartholomäuskirche ist von April bis September jeden Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr und jeden Samstag von 11 bis 13:30 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich.

  • Gottesdienst

    Der Gottesdienst findet jeden Sonntag von 10 bis 11 Uhr statt.